Eine Person hält ein Tablet in der Hand, auf dem ein zahnmedizinisches Röntgenbild zu sehen ist, das Zähne, Kieferknochen, Nebenhöhlen und mögliche Anzeichen einer Zahnfleischentzündung zeigt. Der unscharfe Hintergrund besteht aus einer grauen Couch und heller Innenbeleuchtung.

Alarmstufe Rot im Mund: Warum Zahnfleischbluten ein Hilfeschrei Ihres Körpers ist

Stellen Sie sich vor, Sie waschen sich die Hände, und plötzlich färbt sich das Wasser im Waschbecken rot. Würden Sie das ignorieren? Vermutlich nicht. Doch beim Zähneputzen nehmen viele Menschen genau das hin: „Ach, das ist nur ein bisschen Zahnfleischbluten.“

Aus medizinischer Sicht müssen wir hier widersprechen: Gesundes Gewebe blutet nicht bei Berührung. Zahnfleischbluten ist keine Bagatelle, sondern das Leitsymptom einer Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Und diese ist der Vorbote einer weit ernsteren Erkrankung, die Ihre Zähne kosten kann.

Gingivitis vs. Parodontitis: Der entscheidende Unterschied

Viele Patienten werfen diese Begriffe in einen Topf. Dabei liegt genau hier der Schlüssel zum Zahnerhalt.

  • Die Gingivitis: Die Entzündung betrifft nur das Weichgewebe (Zahnfleisch). Der Knochen ist noch intakt. Die gute Nachricht: Dieser Zustand ist zu 100 % heilbar. Wenn wir jetzt handeln, bildet sich die Entzündung vollständig zurück („Restitutio ad integrum“).
  • Die Parodontitis: Wird die Gingivitis ignoriert, wandern die Bakterien in die Tiefe. Das Immunsystem greift den eigenen Kieferknochen an. Es entstehen tiefe Taschen und der Knochen baut sich ab. Dieser Schaden ist irreversibel. Was weg ist, ist weg.

Unser Ziel ist es daher, Sie im Stadium der Gingivitis abzufangen und den Übergang in die Parodontitis zu verhindern.

Der Feind in der Nische: Wie entsteht die Entzündung?

Hauptursache Nr. 1 ist fast immer der dentale Biofilm. Milliarden von Bakterien organisieren sich am Zahnfleischsaum (Sulcus). Werden diese nicht täglich mechanisch entfernt, produzieren sie Stoffwechselprodukte (Toxine), die das Gewebe reizen. Der Körper reagiert mit einer Entzündung (= Abwehrreaktion), um die Eindringlinge zu bekämpfen. Durch die verstärkte Durchblutung schwillt das Gewebe an und blutet schneller.

Neben mangelnder Hygiene gibt es jedoch Verstärker-Faktoren:

  • Mechanische Reize: Überstehende Füllungs- oder Kronenränder sind oft „Schmutzfänger“, die eine lokale Entzündung provozieren (iatrogene Reize).
  • Hormone: In der Pubertät oder Schwangerschaft reagiert das Zahnfleisch oft überschießend auf Bakterien („Schwangerschaftsgingivitis“). Hier ist die Hygiene besonders kritisch.
  • Systemische Erkrankungen: Ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus fördert Entzündungen massiv.
  • Medikamente: Bestimmte Blutdrucksenker oder Immunsuppressiva können zu Zahnfleischwucherungen führen.

Symptome: Der „Silent Killer“

Eine Gingivitis tut im Anfangsstadium fast nie weh. Schmerz tritt oft erst auf, wenn es zu spät ist (z.B. bei einer akuten, nekrotisierenden Form). Achten Sie daher auf die optischen Warnsignale:

  1. Farbe: Gesundes Zahnfleisch ist blass-rosa. Entzündetes ist dunkelrot bis violett.
  2. Form: Gesundes Zahnfleisch liegt straff und messerscharf am Zahn an. Entzündetes wirkt geschwollen, rundlich und weich.
  3. Blutung: Blut im Ausspuckbecken oder am angebissenen Apfel ist das sicherste Indiz.

Achtung Raucher! Nikotin verengt die feinen Blutgefäße im Mund. Raucher haben oft eine starke Entzündung, ohne zu bluten. Das Symptom wird „maskiert“, was die Diagnose oft gefährlich verzögert. Als Raucher sollten Sie daher besonders engmaschige Kontrollen wahrnehmen.

Therapie: Was wir tun können (und was Sie tun müssen)

Die Therapie einer Gingivitis ist kausal: Die Ursache (der Biofilm) muss weg.

  1. Professionelle Reinigung: Wir entfernen harte (Zahnstein) und weiche Beläge, auch dort, wo Sie nicht hinkommen. Raue Füllungsränder werden geglättet, damit sich Bakterien schwerer anheften können.
  2. Instruktion: Wir zeigen Ihnen, wie Sie die kritischen 30 % Ihrer Zahnflächen reinigen, die die Zahnbürste nicht erreicht (Zahnzwischenraumpflege).
  3. Antiseptika: Unterstützend können kurzzeitig chlorhexidinhaltige Spüllösungen helfen – diese sind aber kein Ersatz für die mechanische Reinigung!

Fazit: Zahnfleischbluten ist das rote Ampelsignal Ihres Körpers. Fahren Sie nicht einfach weiter. Vereinbaren Sie einen Termin, solange der Schaden noch reparabel ist. Ein gesundes Fundament ist die Basis für lebenslang feste Zähne.

KIEFERGELENK

Dental news

SPRECHZEITEN
Mo. 8.00 – 18.00 Uhr
Di.  8.00 – 20.00 Uhr
Mi.  8.00 – 17.00 Uhr
Do.  8.00 – 18.00 Uhr
Fr.   8.00 – 15.00 Uhr

BAUMSTARK ZAHNÄRZTE
Frankfurter Straße 13 a
61476 Kronberg

PRAXIS (über Drogerie Rossmann)

  • Eingang/Parken über Bahnhofstraße
  • Praxis im 1.OG mit Fahrstuhl