In der Praxis Baumstark führen zwei Zahnärzte mit Gesichtsmasken, Schutzbrillen und Handschuhen einen zahnärztlichen Eingriff durch. Der eine benutzt eine Lupenbrille, der andere hält zahnmedizinische Werkzeuge, während im Hintergrund ein Monitor zahnmedizinische Bilder anzeigt.

Wenn die Angst den Termin bestimmt: Wege aus dem Teufelskreis der Zahnarztphobie

Es ist ein klassischer Teufelskreis: Ein kleiner Defekt am Zahn verursacht ein leichtes Ziehen. Die Angst vor dem Zahnarztbesuch führt zum Aufschieben des Termins. Der Schaden wird größer, die Schmerzen stärker – und damit wächst auch die Furcht vor der nun notwendigen, umfangreicheren Behandlung.

Wenn Sie sich hier wiedererkennen, sind Sie nicht allein. Studien (wie die der IDZ) zeigen, dass etwa 60 bis 80 % der Bevölkerung ein ungutes Gefühl beim Zahnarztbesuch kennen. Bei ca. 15 % ist diese Angst so stark ausgeprägt (Odontophobie), dass sie den Zahnarztbesuch gänzlich vermeiden – oft mit fatalen Folgen für die Mundgesundheit und das Selbstwertgefühl.

Die moderne Zahnmedizin hat verstanden: Wir behandeln keine Zähne, wir behandeln Menschen. Und für Menschen mit Angst gibt es heute ein Stufenkonzept, das eine entspannte und schmerzfreie Behandlung ermöglicht.

Stufe 1: Vertrauen und Kontrolle (Psychologische Führung)

Oft ist nicht der Schmerz das Hauptproblem, sondern das Gefühl des Kontrollverlusts („Ausgeliefertsein“). Ein spezialisiertes Team bespricht vor der Behandlung jeden Schritt mit Ihnen.

  • Das Stopp-Signal: Wir vereinbaren ein Handzeichen. Wenn Sie die Hand heben, wird die Behandlung sofort unterbrochen. Sie behalten jederzeit die Kontrolle.

Stufe 2: Die schmerzarme Lokalanästhesie

Die Angst vor der „Spritze“ ist oft größer als die vor dem Bohrer. Dank moderner Techniken ist dieser Schmerz heute vermeidbar.

  • Oberflächenanästhesie: Bevor die eigentliche Betäubung gesetzt wird, tragen wir ein betäubendes Gel oder Spray auf das Zahnfleisch auf. Den Einstich spüren Sie so kaum bis gar nicht.
  • Lokales Taubheitsgefühl: Das Anästhetikum schaltet den Schmerzreiz am Zahn komplett aus. Sie sind wach, spüren Druck und Vibration, aber keinen Schmerz.

Stufe 3: Lachgas – Entspannung auf Knopfdruck

Im Alltag mittlerweile verboten und doch heute als Goldstandard in der Angsttherapie bekannt: Die Lachgassedierung.

  • Wie es wirkt: Über eine Nasenmaske atmen Sie ein Gemisch aus Sauerstoff und Lachgas ein.
  • Der Effekt: Binnen Minuten stellt sich ein Gefühl der tiefen Entspannung und Leichtigkeit ein, Ängste rücken in weite Ferne. Der Würgereiz wird stark unterdrückt.
  • Der Vorteil: Im Gegensatz zu anderen Narkoseformen sind Sie nach der Behandlung meist sofort wieder verkehrstüchtig („Drive-Home“-Fähigkeit), da das Gas den Körper schnell verlässt.

Stufe 4: Analgosedierung (Dämmerschlaf)

Wenn Lachgas nicht ausreicht, ist die Analgosedierung eine bewährte Option.

  • Das Verfahren: Sie erhalten intravenös ein Beruhigungsmittel (Sedativum) kombiniert mit einem Schmerzmittel.
  • Das Erlebnis: Sie schlafen nicht tief wie bei einer Vollnarkose, sondern befinden sich in einem tranceartigen Dämmerzustand („Twilight Sleep“). Sie atmen selbstständig und sind ansprechbar, nehmen die Behandlung aber emotional nicht wahr.
  • Der „Filmriss“-Effekt: Das Medikament bewirkt oft eine sogenannte anterograde Amnesie – Sie können sich später kaum oder gar nicht an den Eingriff erinnern. Für Angstpatienten ist dies psychologisch sehr wertvoll.

Stufe 5: Intubationsnarkose (Vollnarkose)

Die Vollnarkose ist die Ultima Ratio (letzte Option) für Patienten mit extremer Phobie, starkem Würgereiz oder wenn eine umfangreiche Sanierung des gesamten Gebisses in einer einzigen Sitzung erfolgen soll.

  • Ablauf: Ein Facharzt für Anästhesie begleitet den Eingriff. Ihr Bewusstsein und Schmerzempfinden werden komplett ausgeschaltet, die Beatmung wird künstlich übernommen.
  • Der Neustart: Sie wachen auf, und die Behandlung ist vorbei. Dies eignet sich besonders, um den Teufelskreis zu durchbrechen und eine solide Basis für die Zukunft zu schaffen.

Fazit: Niemand muss heute mehr Schmerzen aushalten oder sich schämend verstecken. Der erste Schritt ist der Mutigste: Vereinbaren Sie einen reinen Beratungstermin – ganz ohne Bohrer, nur zum Reden. Wir hören Ihnen zu.

Hier geht’s zu unseren Narkosemöglichkeiten im Zahnzentrum Kronberg.

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