Nahaufnahme eines Zahnmodells, das eine Reihe künstlicher weißer Zähne zeigt, wobei zwei Zähne an sichtbaren Metallzahnimplantaten befestigt sind. Dies veranschaulicht die modernen All-on-4-Restaurationstechniken für feste Zähne an einem Tag. Der Hintergrund ist sanft verschwommen.

Feste Zähne an nur einem Tag: Realität oder Marketing-Versprechen? (Das All-on-4® Konzept)

Für viele Patienten ist die Vorstellung einer herausnehmbaren Vollprothese (das klassische „Gebiss“ im Wasserglas) ein Albtraum. Die Angst vor wackelnden Zähnen beim Sprechen, eingeschränkter Geschmackswahrnehmung durch Gaumenplatten und schmerzhaften Druckstellen ist groß.

Lange Zeit war der Weg zu festen Zähnen steinig: Erforderlich waren oft langwierige Knochenaufbauten und monatelange Heilungsphasen ohne Zähne. Das Behandlungskonzept All-on-4® hat die Implantologie hier revolutioniert. Es ermöglicht, einen komplett zahnlosen Kiefer an nur einem Tag fest zu versorgen.

Doch wie funktioniert das biologisch? Und ist es für jeden geeignet? Hier ist der medizinische Faktencheck.

Das physikalische Prinzip: Schräg statt gerade

Normalerweise setzen wir Implantate senkrecht in den Knochen. Wenn ein Kiefer jedoch lange zahnlos war, bildet sich der Knochen zurück (Atrophie) – besonders im hinteren Bereich, wo im Oberkiefer die Kieferhöhle und im Unterkiefer der Nerv verläuft. Früher musste hier Knochen künstlich aufgebaut werden.

Das All-on-4®-Konzept nutzt einen genialen biomechanischen Trick:

  1. Die vorderen zwei Implantate werden gerade gesetzt, wo meist noch genug Knochen vorhanden ist.
  2. Die hinteren zwei Implantate werden gezielt schräg (im Winkel von 30–45 Grad) eingesetzt.

Der Vorteil: Durch die Schrägstellung umgehen wir kritische Strukturen (Nerv/Kieferhöhle) und nutzen das vorhandene Knochenangebot optimal aus. Zudem vergrößern wir die Abstützfläche nach hinten. So finden wir stabilen Halt („Primärstabilität“), ohne Knochen aufbauen zu müssen.

Der Ablauf: Morgens Zahnlücke, abends feste Brücke

Der Begriff „Feste Zähne an einem Tag“ bezieht sich auf die sogenannte Sofortversorgung.

  1. Diagnostik & 3D-Planung: Vor dem Eingriff erstellen wir ein dreidimensionales Röntgenbild (DVT). Wir planen die Position der vier Implantate millimetergenau am Computer, um Nerven und Gefäße zu schonen.
  2. Der Eingriff: In einer Sitzung werden (falls noch vorhanden) nicht erhaltungswürdige Restzähne entfernt und die vier Implantate inseriert.
  3. Die Sofortversorgung: Noch am selben Tag wird eine feste provisorische Brücke auf die Implantate geschraubt.
    • Der psychologische Effekt: Sie verlassen die Praxis nicht mit einer herausnehmbaren Prothese oder einer Lücke, sondern mit fest verschraubten Zähnen. Sie können sofort wieder sozial interagieren, lächeln und sprechen.

WICHTIG: Die Spielregeln für die Einheilung

Hier müssen wir eine im Internet oft kursierende Falschinformation korrigieren: Zwar sind die Zähne sofort fest, aber der Knochen braucht Zeit, um an die Titanoberfläche anzuwachsen (Osseointegration).

  • Die Ernährung: In den ersten 6 bis 12 Wochen gilt eine strikte „Weiche Kost“-Diät (Nudeln, Fisch, Rührei). Zu harte Belastung (Nüsse, krustiges Brot, zähes Fleisch) könnte die Einheilung stören und zum Verlust der Implantate führen.
  • Die Pflege: Da die Brücke fest verschraubt ist, zeigen wir Ihnen spezielle Reinigungstechniken (Superfloss-Zahnseide, Mundduschen), um die Bereiche unter der Brücke entzündungsfrei zu halten.

Das Finale: Der endgültige Zahnersatz

Nach etwa 3 bis 6 Monaten ist die biologische Heilung abgeschlossen. Nun tauschen wir das Provisorium gegen die definitive Brücke aus. Diese besteht meist aus einem hochfesten Titangerüst oder Zirkonoxid und ist ästhetisch so gestaltet, dass sie von echten Zähnen kaum zu unterscheiden ist.

Wer zahlt was? Ein Blick auf die Kosten

Im deutschen Gesundheitssystem ist die Kostenverteilung klar geregelt, aber für Patienten oft verwirrend:

  1. Die Implantate (Chirurgie): Das Setzen der künstlichen Zahnwurzeln ist eine reine Privatleistung. Die gesetzliche Krankenkasse (GKV) übernimmt diese Kosten in der Regel nicht.
  2. Der Zahnersatz (Prothetik): Die GKV zahlt einen Festzuschuss. Dieser orientiert sich an der sogenannten Regelversorgung (meist eine herausnehmbare Prothese). Diesen Festbetrag erhalten Sie jedoch auch für die All-on-4®-Lösung gutgeschrieben.

Fazit: All-on-4® ist eine bewährte, wissenschaftlich gut dokumentierte Methode, um Lebensqualität sofort zurückzugewinnen. Sie ist kosteneffizienter als klassische Methoden (da weniger Implantate und kein Knochenaufbau nötig sind), erfordert aber in der Heilungsphase Disziplin bei der Ernährung.

Möchten Sie wissen, ob Ihre Knochensubstanz für diese Methode ausreicht? Wir klären das gerne in einer unverbindlichen Diagnostik-Sitzung.

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